2.1.1.
Zweck
Art des Auftrags: Dienstleistungen
Haupteinstufung (cpv): 80000000 Allgemeine und berufliche Bildung
2.1.4.
Allgemeine Informationen
Zusätzliche Informationen: Das Programm baut zugleich auf bereits erfolgreich umgesetzten und evaluierten Förderstrukturen auf. Teile des Konzepts wurden im Rahmen von Löwenstark bereits erfolgreich erprobt und anschließend weiterentwickelt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurde das Konzept gezielt für den Ganztag weiterentwickelt und erweitert. Evaluationsergebnisse belegen die hohe Wirksamkeit und Effizienz des Programms hinsichtlich der nachhaltigen Förderung von Lesekompetenz, Motivation und Teilhabe der Schülerinnen und Schüler und Einbindung der Eltern. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal liegt insbesondere in der konsequenten Erweiterung der Leseförderung in den Ganztag hinein. Bestehende Programme konzentrieren sich häufig auf den Unterricht oder einzelne Fördersequenzen innerhalb der Stundentafel. Förderung des Lesens in Elternhaus und Schule hingegen schafft durch zusätzliche Leseangebote, Projektwochen, thematische Zugänge (MINT, Demokratiebildung, Bewegung, Ernährung, Achtsamkeit) sowie differenzierte Materialien eine umfassende Lesekultur über den gesamten Schultag hinweg. Ein weiteres und in dieser Form einzigartiges Merkmal des Programms ist die systematische und aktive Einbindung der Eltern als Bildungspartner. Durch gezielte Informations- und Weiterbildungsangebote werden Eltern befähigt, die Leseförderung ihrer Kinder auch im häuslichen Umfeld wirksam zu unterstützen. Die Eltern erhalten von speziell geschulten Lehrkräften konkrete, alltagsnahe Handlungsmöglichkeiten, um ihre Kinder nachhaltig beim Lesenlernen zu unterstützen und Lesemotivation auch außerhalb der Schule aktiv zu fördern. Dadurch entsteht eine wirkungsvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus, die den Erfolg der Leseförderung längerfristig absichert. Damit wird die Wirksamkeit schulischer Fördermaßnahmen nachhaltig verstärkt und eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft geschaffen, die in bestehenden Programmen bislang nur punktuell berücksichtigt wird. Des Weiteren versteht sich das Programm Förderung des Lesens in Elternhaus im Unterschied zum Leseband-Hessen als umfassendes Konzept einer "lesenden Schule", das Leseförderung nicht nur im Unterricht, sondern ebenso im Ganztag, in Projektwochen, in außerunterrichtlichen Angeboten sowie im sozialen Umfeld der Kinder verankert. Neben der gezielten Förderung von Lesekompetenzen bietet das Konzept binnendifferenzierte Materialien für alle Fächer, praxisorientierte Angebote für multiprofessionelle Teams sowie thematische Zugänge über MINT, Bewegung, Ernährung, Demokratielernen, Achtsamkeit und Entspannung. Dadurch wird Lesen konsequent mit Lebensweltbezug, Motivation und ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung verbunden. Somit kann eine umfassende Lesekultur entstehen, die Lesen als Querschnittsaufgabe im gesamten Schulalltag etabliert. Während das Leseband-Hessen insbesondere auf eine tägliche, strukturierte Lesezeit von 20-25 Minuten innerhalb der geltenden Stundentafel fokussiert und dabei zentrale Kompetenzen wie basale Lesefertigkeiten, Lautleseverfahren, Schnell- und Vielleseverfahren sowie literarisch-ästhetische Kompetenzen fördert, erweitert das vorliegende Programm diesen Ansatz um zusätzliche pädagogische und strukturelle Dimensionen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zum Leseband-Hessen liegt in der systematischen Qualifizierung aller an Schule beteiligten Akteure. Das Programm Förderung des Lesens in Elternhaus und Schule umfasst Fortbildungen, Tutorials und E-Learning-Module für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Mitarbeitende im Ganztag und schafft dadurch eine gemeinsame professionelle Grundlage für nachhaltige Leseförderung. Beide Konzepte verfolgen das gemeinsame Ziel, Lesekompetenz, Lesemotivation und Lesesozialisation nachhaltig zu stärken sowie Lesen als festen Bestandteil des schulischen Alltags zu etablieren. Ebenso teilen beide Ansätze die Überzeugung, dass Leseförderung nicht allein Aufgabe des Deutschunterrichts ist, sondern fachübergreifend in Schule verankert werden muss. Das Programm stellt somit keine Konkurrenz zum Leseband-Hessen dar, sondern erweitert dessen wirksame tägliche Lesepraxis um zusätzliche Förder-, Qualifizierungs- und Beteiligungsstrukturen. Beide Ansätze ergänzen sich in besonderer Weise: Das Leseband-Hessen schafft verbindliche tägliche Lesezeiten im Unterricht, während das vorliegende Programm die organisatorischen, pädagogischen und familiären Rahmenbedingungen für eine langfristig wirksame Lesekultur in Schule und Ganztag bereitstellt. Weitere Programme und Initiativen zur Leseförderung verfolgen teilweise ähnliche Zielsetzungen. Allerdings unterscheiden sich diese Programme in Reichweite, Zielgruppe oder Schwerpunktsetzung deutlich vom Konzept des Programms Förderung des Lesens in Elternhaus und Schule. So zum Beispiel, das Stiftung Lesen-Programm "Lesescouts", das vor allem auf weiterführende Schulen ausgerichtet ist und Lesemotivation durch Peer-to-Peer-Ansätze stärkt oder die BiSS-Transfer-Projekte wie "Lese-BiSS Hessen", die insbesondere wissenschaftlich evaluierte Lautleseverfahren und die Förderung von Leseflüssigkeit in den Klassen 3 und 4 adressieren. Während viele bestehende Programme primär einzelne Teilaspekte der Leseförderung adressieren — beispielsweise tägliche Lesezeiten, Lautleseverfahren oder Lesemotivation — verfolgt das Programm der Stiftung Lesen ein integriertes Gesamtkonzept einer "lesenden Schule". Es verbindet Unterricht, Ganztag, Projektarbeit, Elternbildung, multiprofessionelle Zusammenarbeit sowie Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote systematisch miteinander. Vor diesem Hintergrund stellt das Programm keine Doppelstruktur zu bestehenden Lesefördermaßnahmen dar, sondern schließt gezielt bestehende Lücken zwischen Unterricht, Ganztag, Elternarbeit und multiprofessioneller Zusammenarbeit. Es schafft damit die Voraussetzungen für eine langfristig wirksame, institutionell verankerte und nachhaltig umsetzbare Leseförderung im Sinne einer "lesenden Schule" und zeichnet dadurch im Besonderen aus."
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU
vgv -